Wir - über uns ...

Historischer Verein Karlstadt
Laut seiner Satzung hat sich der Historische Verein Karlstadt (HVK) der Förderung von Kunst und Kultur verpflichtet. Die Förderung von Denkmalschutz und Denkmalpflege gehören ebenso dazu.
Durch seine Tätigkeit will der Verein dazu beitragen, der Öffentlichkeit die reiche Geschichte Karlstadts und seines Umlandes, vor allem im Bereich des ehemaligen Landkreises und in Verbindung mit dem Gebiet des heutigen Landkreises Main-Spessart zu erschließen. Das drückt sich auch im vollständigen Namen aus:
Historischer Verein – Freunde der Geschichte Karlstadts und seines Umlandes e.V.
Der Verein wurde im April 1972 gegründet und hat seither den Aufbau, die Sammlung, die Erhaltung und konzeptionelle Ausstattung und Neugestaltung des Stadtgeschichtlichemuseums – heutiger korrekter Name: Museum Karlstadt Abteilung StadtGESCHICHTE - betreut. In den ersten Jahrzehnten haben Vereinsmitglieder auch ehrenamtlich Museumsaufsichtsdienste zu den Öffnungszeiten des Museums übernommen. Wir sind stolz auf unsere etwa 300 Mitglieder und dürfen in unseren Reihen noch Gründungsmitglieder begrüßen.
Seit Mai 2022 präsentieren wir die Dauerausstellung „Karolinger am Main“ unter Einbeziehung moderner medialer Präsentationen wie Film-, Audio- und Aktivstationen. „Eye-Catcher“ und selektierte Ausstellungsobjekte sollen Besucher auf Wesentliches fokussieren und nicht mit einer Flut von Ausstellungsstücken überfordern. Aktuelle Erkenntnisse und Funde aus Karlburg runden zusammen mit Karlstadter Exponaten die Ausstellung ab. Unser romanisches Erbe, die Zeit der Stadtgründung um 1200, stellen wir ebenfalls mit unseren Exponaten dar. Mit Führungen im Haus gelingt es, ein breites Wissen zu vermitteln und Interesse zu wecken. Alles nur keine Langeweile – ein Museum ist nichts Statisches!
Seit der Schließung des alten Stadtgeschichtemuseums im Jahr 2017 zugunsten des Umbaus des Museums Abteilung ZeitBRÜCHE, musste der Verein viele Räume leeren und Ausstellungen abbauen. Die Räume in der Hauptstraße 11 liegen brach und der Zustand ist absolut unbefriedigend. Auch wenn der HVK seit Jahren erkennen muss, dass der Umbau und die Wiedereröffnung des Museums StadtGESCHICHTE nicht voranschreitet, lassen sich die Verstandsmitglieder nicht ganz entmutigen. Aktuell arbeiten wir an der Modernisierung unserer Abteilung Weinbau/ Geologie/ Stadtarchäologie im Gewölbekeller und können einen beachtlichen Fortschritt verzeichnen. Auch wenn es auf unseren Hinweisschildern immer noch heißt „Für Sie im Aufbau“, so sind unsere hinterleuchteten Texttafeln und Bilder selbsterklärend, ebenso unsere Medienstation „Stadtarchäologie“, an der zwei Personen gegeneinander „antreten können“, um herauszufinden, wer der „bessere Archäologe“ ist. Der Bereich Weinbau, ausgestattet mit Filmstation und Schautafeln führt durch die Geschichte des Weinbaus in und um Karlstadt und ist im Mai 2026 fertiggestellt.
Die Zusammenarbeit mit der vhs Karlstadt und weiteren Bildungseinrichtungen in und um Karlstadt ist wichtig, ebenso ein stetiger enger Austausch mit benachbarten Geschichtsvereinen. Nicht nur Kreisheimatpfleger, sondern auch Archivpfleger und andere mit Heimatpflege befasste Einzelpersonen und Gruppen stehen in stetigem Austausch mit dem HVK.
Museumspädagogik und Weiterbildungsangebote mit Medienpaketen für Grundschulen wurden und werden auch weiterhin von engagierten Grundschullehrern aus den Reihen des Vereins angeboten und mit Schulungen zunächst für Lehrkräfte, im zweiten Schritt danach auch für Grundschulklassen, durchgeführt. Geschichte zum Anfassen für Kinder! Wir konzipieren gerade neu, um für Kinder und Jugendlichen einen Besuch im Museum attraktiv zu gestalten. Es ist selbstverständlich, dass jedes Jahr eine „Ferienspaßveranstaltung“ angeboten wird.
Natürlich ist die Zusammenarbeit mit dem Kulturamt und der Stadt Karlstadt, als Hausherr wichtig. Bestes Beispiel, nicht nur innerhalb des Museums Karlstadt, ist der vom HVK konzipierte „Stadtrundgang Karlstadt“. An 40 verschiedenen Häusern und Bauwerken sind zweisprachige Tafeln mit QR-Codes zu finden, die Einheimische und Besucher dazu einladen, einen Rundgang durch unser Karlstadt zu machen und sich ganz nach eigenem Belieben dabei in deutscher, englischer oder französischer Sprache über die Geschichte informieren zu lassen.
Exkursionen zu historischen Zielen, Boden- und Flurdenkmälern, Vorträge und Ausstellungen im Museum Abteilung StadtGESCHICHTE werden regelmäßig angeboten. Derlei Angebote erfordern Zeit und gute Vorbereitung. Besonders Ausstellungen sind kostenintensiv und erfordern eine lange Vorlaufzeit. Wichtig ist auch hier zu betonen: Die Teilnahme an unseren Veranstaltungen ist nicht an eine Mitgliedschaft im Verein gebunden. Wir freuen uns über alle Interessierte.
Mit dem moderaten Vereinsbeitrag ist es nicht möglich, größere Anschaffungen zu machen oder anspruchsvolle Konzepte umzusetzen. Wir sind auf Spenden angewiesen. Sponsorengelder werden für alle Projekte benötigt und wir suchen immer nach Fördermöglichkeiten wie etwa vom Bezirk Unterfranken oder anderen Geldgebern.
Die größte jährliche Veranstaltung ist der Tag des offenen Denkmals am zweiten Septemberwochenende eines jeden Jahres auf dem Fischerplatz an der Rossmühle. An diesem Termin stellen wir unsere Arbeit und unsere Pläne vor und runden den Tag mit einer kleinen Bewirtung ab. Die zweite Fixtermin eines jeden Jahres ist der internationale Museumstag im Mai. An diesem Termin sind wir mit einer kleinen Bewirtung im Foyer des Museums Karlstadt präsent und bieten kostenlose Führungen durchs Haus an.
Jedes Museum benötigt auch ein Depot, das den Erfordernissen im Hinblick auf Förderungsfähigkeit entspricht und natürlich auch unsere Exponate wohl temperiert und gelagert aufnimmt und gegen Diebstahl schützt. Gleiches gilt auch für das Depot der Archäologischen Arbeitsgemeinschaft.
Die Außenstellen Katzenturm, Rossmühle und Lochgefängnis im Mühlturm werden bei Stadtführungen mit einbezogen und sind vom HVK betreut bzw. eingerichtet worden.
Zu den Stadtführungen: Der Verein bildet die Gästeführer in Karlstadt aus. Fachleute aus den eigenen Reihen mit entsprechendem Studiengang oder anderen Qualifikationsnachweisen sowie externe Fachleute zum Beispiel vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege – Ehrenamtsbetreuung, runden den Kreis der Dozenten ab. Mit schriftlicher und praktischer Prüfung müssen die Gästeführer ihre Befähigung nachweisen und erhalten schließlich ihre Zertifikate.
Eine ganz „eigene Gruppe“ ist die AAK, die Archäologische Arbeitsgemeinschaft Karlstadt, die unter dem Dach des HVK organisiert ist. Die Mitglieder arbeiten überregional bei Grabungen mit, machen Feldbegehungen und erforschen die Geschichte unserer Heimat. Oft handelt es sich um Fachleute, ebenso aber auch um Laien, die jedoch in den meisten Fällen über Erfahrungen und Fachwissen in ihrem speziellen Bereich verfügen. Wichtig in diesem Zusammenhang: Es ist keine Plattform für Schatzjäger! In enger Abstimmung mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege in Schloss Seehof (BLfD), genauer gesagt der Fachbetreuung Ehrenamt, stehen die Verantwortlichen in engem Kontakt. Ein Beispiel aus unserer Umgebung: Im Jahr 2023 ist die AAK maßgeblich an der Ausgrabung der karolingerzeitlichen Siedlung in Seehausen bei Duttenbrunn beteiligt. Es wurden interessante Forschungsergebnisse und Erkenntnisse zu den Karolingern gewonnen.
Alle Engagierten im Vorstand sind ehrenamtlich und selbstlos tätig. Mitglieder erhalten keine Zuwendungen aus Mitteln des Vereins (siehe dazu unsere Satzung auf der Homepage des HVK). Wir freuen uns über jedwede Anregung und Ideen und möchten uns auch in Zukunft weiterentwickeln und weiter in und über unsere Heimat forschen. Der Verein hat zu verschiedenen Themen Publikationen veröffentlicht und auch Einzelpersonen Zuschüsse zu deren Dissertationen gewährt. In der Stadtbibliothek Karlstadt haben wir eine eigene Abteilung „Franconica“ eingerichtet und stellen so allen Mitbürgern Fachliteratur zu verschiedenen Themen zur Verfügung. Weiterhin ist eine vereinseigene Bibliothek im Aufbau. Hier geht es um Fachbücher, besondere Themen, die wir selbst auch oft zum Nachschlagen oder für Ideen verwenden. Wir wollen diese Bücher unseren Mitgliedern zur Ausleihe zur Verfügung stellen.
Seit dem Jahr 2022 gibt es ein „Backteam“. Interessierte Vereinsmitglieder haben sich zu einer Gruppe formiert, die mehrmals im Jahr den nachgebauten Gemeindebackofen an der Rossmühle anschürt und Brot backt. Abgesehen vom dem schönen Gruppenerlebnis werden die verschiedensten Brot-Rezepte ausprobiert. Der „verstaubte“ Geschichtsverein tritt in die Wahrnehmung der Öffentlichkeit und die Hobby-Bäcker leben Nachhaltigkeit.
Wer den Verein näher kennenlernen möchte, kann hier unsere Internetseite schauen und in unserer Chronik „50-Jahre Historischer Verein Karstadt 1972 – 2022“ nachlesen (erhältlich in der Tourist-Info). Jederzeit sind wir unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! zu erreichen und freuen uns über Ihr Interesse!
Beatrix van Venrooy, März 2026Vorsitzende
