Mesolithikum bis Spät-Karolingerzeitliche Exponate
Mesolithikum bis Spät-Karolingerzeitliche Exponate
Mesolithikum (~8000–6000 v. Chr.)
Die frühesten uns bekannten Funde vom Schlossberg sind drei Mikrolithen. Das sind kleine Steine, die als Widerhaken-Einsätze für Jagdwaffen (Pfeile, Harpunen) verwendet wurden.
Jung- bis Endneolithikum (~3500–2000 v. Chr.)
Aus der Zeit des Ötzis zeigen wir Steinbeile und Pfeilspitzen. Eine Pfeilspitze besteht aus Kieselschiefer (~Grundgeröll des Mains), die andere ist geglüht und abgestumpft – vermutlich für die Saujagd.
Urnenfelderzeit (~1250–800 v. Chr.)
Funde umfassen eine Bronzepfeilspitze, einen Glättstein zur Keramikbearbeitung sowie einen Spinnwirtel. (ein Gegengewicht an der Spindel zum Aufziehen von Rohwolle). Diese Funde zeigen, dass der Schlossberg bereits in der späten Bronzezeit als Rückzugsort genutzt wurde.
Hallstattzeit (~500–400 v. Chr.)
Im heutigen Burgenareal wurde eine keltische Schalenscherbe aus der späten Hallstattzeit gefunden.
Latènezeit (~250 v. Chr.–80 n. Chr.)
Drei Graphit-Tonscherben eines Kochtopfes sind besonders interessant: Der Ton stammt nachweislich aus Niederbayern und belegt frühe Handelsbeziehungen. Graphitton kommt in unserer Heimat häufig vor.
Völkerwanderungszeit (~400–600 n. Chr.)
Eine Keramikscherbe mit roter, wasserlöslicher Lasur sowie eine kleine blaue Glasperle deuten auf Schmuck und Alltagskultur hin.
Frühmittelalter (ab 742 n. Chr.)
Seit der Bistumsgründung ist das castellum Karloburgo urkundlich belegt. Aus dieser Zeit stammen Randscherben von Kochtöpfen. Eine zeigt Rollrädchenverzierung. Das meint eine Art hölzerne, mechanische Stempelscheibe zum Verzieren der ungebrannten feuchten Keramik.
Karolingerzeit (8.–9. Jahrhundert)
Aus der Phase I der Abschnittsbefestigung stammen eine Mörtelprobe sowie ein kunstvoll verziertes Zierplättchen aus Knochen. Dieses sogenannte „Beinplättchen“ diente als Beschlag für ein Kästchen oder Evangeliar und wurde mit Zirkelschlag dekoriert.(durch Drehung des Zirkels entstehen Kreissegmente).
Es gilt als eindeutiger Hinweis auf die Anwesenheit einer kirchlichen Elite auf der Burg.
